„die Welt hat das Sein (Tao) immer mehr verloren und das Sein die Welt.

So verloren Sein und die Welt einander, und wenn heute das Sein bei einem Menschen wohnt: wie will der es machen, um es wieder zur Geltung zu bringen in der Welt, und wie will die Welt es machen, um wieder zur Geltung zu kommen im Sein?

Es ist gar keine Möglichkeit mehr vorhanden, dass das Sein zur Geltung kommt in der Welt, oder dass die Welt zur Geltung kommt im Sein. Wenn auch ein Berufener sich nicht zurückzieht in die Bergwälder, ist sein Leben doch verborgen und zwar so verborgen, dass er es gar nicht mehr selbst zu verbergen braucht.


Die man in alten Zeiten verborgene Weise nannte, waren nicht Leute, die sich versteckten und sich nicht mehr sehen liessen; sie waren nicht Leute, die sich in Schweigen hüllten; sie waren nicht Leute, die ihre Erkenntnis zurückhielten, sondern Zeit und Umstände waren in grosser Verwirrung. Wenn sie rechte Zeit und Umstände trafen, so wirkten sie grossartig auf Erden, so dass alles zur Einheit zurückkehrte und keine Spur hinterliess. Wenn sie nicht rechte Zeit und Umstände trafen, so war ihr Wirken auf Erden vollständig unmöglich.


So trieben sie ihre Wurzeln tiefer, waren vollkommen still und warteten.
Das war der Weg, sich selbst zu bewahren.“

 

CHUANG TSU

 

 

 

 

zurück nach oben

22.11.07